Die 6ten Klassen besuchten das Pompejanum

Kennst du die Familie Nigidius? Nein?! Dann lies mal weiter!

Am 16.05.2012 besuchten wir, die Klassen 6a und 6b, mit der Begleitung von Fr. Gödert, Fr. Kroth und Fr. Schnack das Pompejanum in Aschaffenburg, in dem die Familie Nigidius „gelebt" hat. Naja, eigentlich hat sie ja gar nicht dort gelebt. Das Gebäude ist nur ein Nachbau eines römischen Hauses aus Pompej, das König Ludwig I. 1840-1848 errichten ließ.
Nichtsdestotrotz wurden wir hautnah in die römisch-antike Zeit vor 2000 Jahren zurückversetzt und bekamen einen vielseitigen Einblick in das Leben und den Alltag der römischen Familie Nigidius.

So erfuhren wir, wie eine eine römischen Villa, ein Wohnhaus, das von wohlhabenden Römern bewohnt wurde, erbaut wurde. Um äußere Straßengeräusche oder Diebstähle zu vermeiden, hatten die Römer in ihr Landhaus nur kleine Fenster eingeplant. Zur Beleuchtung der Zimmer aber wurde das Licht aus der offenen Decke im Atrium (Innenhof) benutzt. Gleichzeitig konnte aus dieser Öffnung auch Regenwasser in einem Wasserbecken aufgefangen werden. Sehr beeindruckt waren wir von den farbenfrohen Wänden, den wunderschönen Gemälden und dem reich verzierten Mosaik-Fußboden.

Hier in diesem prächtigen Atrium mit den hohen Säulengängen, herrschte bei Familie Nigidius am Morgen reger Betrieb, denn Herr Nigidius empfing hier seine Gäste. Auch der Hausfrau durften wir bei ihrem Tagesablauf über die Schulter schauen und erfahren, dass sie für die zahlreichen Haussklaven zuständig war.

In den anderen Räumen der Villa waren die Schlafzimmer der Eltern Nigidius und ihrer Kinder untergebracht. Sklaven schliefen in kleinen Nischen, die meist nur über eine hohe Holzleiter zu erreichen waren.

In der Küche sahen wir die „Tupperware" der Römer. Verschiedene Amphoren, Gefäße aus Ton, dienten zum Aufbewahren und Transportieren der Lebensmittel. Wer mutig war, durfte mal an dem leckeren Gewürz der Römer schnuppern. Uns verging bei diesem Geruch („Puh!") eher der Appetit.
Die Römer machten es sich auch sehr bequem. Sie haben sich zum Essen hingelegt und von den Sklaven bedienen lassen. Wenn das Mahl mal zu üppig war, d.h. sie haben viel zu viel gegessen, dann haben sie mal schnell ihren Finger oder eine Feder in den Hals gesteckt (Igitt!), damit sie den Bauch leeren konnten. Und dann ging es weiter. Noch einmal alles von Vorne bitte. Bene sapiat! (Es möge munden!)

Erstaunlicherweise waren die Römer schon sehr fortschrittlich in Sachen Toilette. Nur etwas eigenartig fanden wir es schon, dass man dann neben eins, zwei, drei, ... oder mehr Leuten saß und so „sein Geschäft" gemeinsam verrichtet hat. Aha, so war das! Während man gemeinsam auf der Toilette saß, konnte man ganz nebenbei über Geschäfte reden. Das wäre doch was! Wir sitzen neben-einander auf der Toilette und fragen uns dabei die Vokabeln ab oder lernen zusammen GSE oder ...

Ach, kennt ihr übrigens den römischen Herrn Nickus Klennerus und seinen Sklaven Erkinius? Die römische Toga stand Herrn Klennerus sehr gut. Er fand es nur ziemlich lästig, so ein langes und schweres Kleidungsstück (War sie jetzt 10 m oder 20 m lang?) anzuziehen. Wogegen sein Sklave Erkinius mit seinem einfachen „Kleid" zufrieden war.

Am Ende der Führung waren wir sehr bewegt von den Bildern aus dem Zweiten Weltkrieg, denn hier wurde das Pompejanum schwer beschädigt. Zum Glück wurde es ab 1960 wieder renoviert, sonst hätten wir ja diese spannende Führung nicht mitmachen können.